Freitag, 20. Juli 2018

Österreich und umliegende Länder 05.-20.07.2018

Eine Rundtour der besonderen Art durch eine weniger bekannte Gegend mit ungewohnten Sprachbarrieren.

„Sie nähern sich einem Stau“, das ist das Motto des Tages, denn als wir uns von St. Gallen auf den Weg in die Steiermark machen, meldet das Navi alle paar Kilometer diesen Zeitfresser. Mal schleichen wir, mal stehen wir - besonders im Raum München, wo wir nicht vom Fleck kommen.

Doch bis es soweit ist, muss Erwin an diesem allerletzten Tag vor den Sommerferien seine Schüler besonders zur Teilnahme am Unterricht motivieren, während ich mir die Zeit mit der Suche nach zwei Geocaches in der Umgebung vertreibe. Als wir um die Mittagszeit abfahren, regnet es in Strömen, was für einen Reisetag eigentlich ganz angenehm ist. Schnell holen wir uns in Lustenau ein Pickerl für die Österreichische Autobahn und füllen den fast leeren Tank mit relativ günstigem Diesel.

Wir entscheiden, für einmal die Nordroute über München zu nehmen, wohlwissend, dass diese Strecke stark befahren ist. Dass es aber über Stunden fast nur stockend vorwärts geht, hätten wir nicht gedacht. So ist es dann auch schon dunkel, als wir endlich in Zeltweg ankommen, wo an diesem Wochenende ein Geocaching-Event stattfindet.  Schon von weitem sehen wir auf dem grossen Parkplatz etliche Womos und stellen uns dazwischen.

Nach einer ruhigen Nacht sind wir schon früh wach und besuchen zwei Geocaches in der Nähe, bevor der Event losgeht. Die Organisatoren sind noch hektisch mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, während wir auf den Einlass warten. Die nächsten Stunden verbringen wir damit, die aufgebauten Attraktionen zu besichtigen, eine Ausstellung zu besuchen und ein paar Gespräche zu führen. Bald ist es Zeit für uns, weiterzufahren. In Graz finden wir günstig gelegen einen McDonald’s mit gratis WiFi, wo wir uns um unser Internet-Guthaben kümmern können.

Während wir uns ein leichtes Mittagessen gönnen, besprechen wir die weitere Route. Tagesziel ist Maribor. Etwas ausserhalb soll es einen Stellplatz direkt an der Drau geben. Tatsächlich finden wir noch ein Plätzchen am Wasser. Die Bedienung im Restaurant begrüsst uns mit „dober dan“ und will nicht einmal Geld für den Stellplatz. Gratis Internet bekommen wir auch noch. Was will man mehr? Wir stellen unsere Stühle an den Fluss und geniessen die Nachmittagsstunden. Am Abend setzen wir uns im Restaurant auf die Terrasse und bekommen für knapp 20 Euro ein leckeres und schön angerichtetes Abendessen mit zwei Salaten, einmal Risotto mit Poulet sowie einmal Cevapcici mit Kartoffeln.

Auf dem Platz stehen fünf Womos aus fünf Nationen (D, A, I, E, CH). Wir plaudern etwas mit unseren Nachbarn, die aus Graz kommen. Wie jedes Mal folgt nach der Fachsimpelei übers Campen die gegenseitige Womo-Besichtigung.

Stellplatz direkt an der Drau

Gute Küche

Wir haben wieder eine herrlich ruhige Nacht hinter uns. Heute ist Sonntag, da wollen wir uns Maribor anschauen. Wir machen unsere Velos fahrbereit, dann geht’s gut zwei Kilometer auf einem mehr oder weniger gut ausgebauten und ebenen Weg entlang der Drau in die Stadt. Wir besichtigen die obligaten Sehenswürdigkeiten, kaufen auf dem Markt ein und holen uns beim Bäcker ein Brot. Ein paar Geocaches, die auf unserem Weg liegen, werden auch noch gefunden. Wir staunen nicht schlecht, als wir bemerken, dass die Einkaufszentren heute offen haben. So nutzen wir die Gelegenheit, um unseren Kühlschrank aufzufüllen.


Rathaus Maribor

Altstadt Maribor

Älteste Weinrebe der Welt (über 400 Jahre)

Den Nachmittag nutzen wir für Schreib- und Computerarbeit, und als die untergehende Sonne den Fluss in warmes Licht taucht, müssen wir einfach noch unsere Stühle ans Ufer stellen und die Abendstimmung geniessen. Noch einmal lassen wir uns die vorzügliche Küche im Restaurant schmecken und verbringen einen gemütlichen Abend auf der Terrasse.


Abendstimmung an der Drau
 
Montag Morgen, und wir können liegen bleiben. Ein herrliches Gefühl. Wir beschliessen, noch vor dem Frühstück die nächste Ver- und Entsorgungsstation anzufahren. Irgendwas stimmt mit unserem Frischwasser nicht, denn aus dem Siphon kommt uns ein etwas artfremder Geruch entgegen. Ob sich Algen gebildet haben? Nach etwa 40 Minuten erreichen wir den Platz. Vom Weiher nebenan ist tief unten noch ein jämmerlicher Rest zu sehen und bei der angeblichen Wasserstation stehen Baumaschinen und Kieshaufen. Das war wohl nix. Also fahren wir weiter Richtung Kroatien. Das Navi führt uns auf abenteuerlich kleinen Strassen an einsamen Bauernhöfen vorbei, bis wir an einer Kurve abrupt stehen bleiben. Wir sehen ein verschlossenes Tor vor uns und daneben metergrosse Stacheldrahtspiralen. Nix mit grenzenlosem Europa. Wir müssen auf der schmalen Strasse umdrehen und den ganzen Schleichweg zurück. Endlich erreichen wir eine grössere Strasse, danach sogar eine mit Mittelstreifen. Bald finden wir den offiziellen Grenzübertritt nach Kroatien. Der nette Beamte nimmt uns die IDs ab, will wissen, ob wir auf Ferienreise sind und wohin es gehen soll. Die Kurzfassung ist ihm zu wenig genau, er will es detaillierter... Die Ausweise werden seiner Kollegin übergeben, die unsere Angaben im Computer eintippt. Offenbar stehen wir auf keiner Fahndungsliste, so kann es der Beamte verantworten und uns ins Land lassen. Die Schranke öffnet sich, und wir können passieren.

Kroatien unterscheidet sich nicht gross von Slowenien. In beiden Ländern sieht man schmucke Neubauten neben verfallenen Häusern, mal sind die Strassen gut ausgebaut, mal voller Schlaglöcher. Die Ladenketten in grösseren Ortschaften kommen uns bekannt vor: Spar, Hofer (Aldi), DM, Müller Markt ...

Eigentlich wollen wir eine 86teilige Cache-Serie absolvieren, doch schon nach dem ersten Fund ist uns die Freude daran vergangen. Auf einem besseren Trampelpfad zwei Kilometer durch die Pampa mit Gegenverkehr zu einem Weingut, das ist uns selbst mit einem wendigen Kastenwagen zu viel. Nach zwei weiteren Funden lassen wir es gut sein und fahren weiter Richtung Osten. Auf der kroatischen Autobahn kommen wir mit wenig Verkehr zügig voran, bezahlen an der Mautstation ein paar Euro und erreichen kurz darauf die Kroatisch-Ungarische Grenze. Der erste Beamte kontrolliert unsere IDs, ebenso der zweite, der auch noch ins Womo gucken will. Bitte sehr, darf er – bei uns ist aufgeräumt ;-)


Picknick unterwegs

Land Nummer drei am heutigen Tag. Wir sind froh, gegen 15 Uhr den Campingplatz in Nagykanizsa erreicht zu haben. Die nette Betreiberin stellt sich als Monica vor und zeigt uns die riesige Rasenfläche mit Birken, auf der wir uns einen Platz aussuchen dürfen.

Erst aber müssen wir das Wasserproblem lösen. Alles wird abgelassen und der Tankboden mit einer Bürste vom Kalk befreit. Der eben gekauften Essig erledigt den Rest, danach schütten wir sicherheitshalber noch Geschirrspülpfleger nach und spülen die Leitungen kräftig durch. Es scheint gewirkt zu haben. Der unangenehme Geruch ist verschwunden, wenigstens bis jetzt. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Nun aber machen wir erst einmal eine Besichtigungstour. Es gibt hier ein Gartenhäuschen mit Grill und Küche, einen Spielplatz, eine Hängematte, Bänke und Tische sowie einen Swimmingpool. Wenn man sich hineinsetzt, geht das Wasser immerhin bis zum Hals. Egal, wir geniessen es trotzdem. Die Sanitäreinrichtungen sind zweckmässig, sauber und gepflegt.

Mit den Stühlen in der Abendsonne verspeisen wir unser Nachtessen: Spätzlipfanne mit Schinken und Zwiebeln, dazu Salat.

Gerade als wir damit fertig sind, fährt noch ein zweites Womo auf den Platz und stellt sich etwas abseits hin. Es entsteigen ihm vier Personen und ein Kleinkind. Damit fängt der Trubel an: sie unterhalten sich lautstark, das Kind plärrt, im Hintergrund bellt ein Hund, doch irgendwann wird es wieder ruhig auf dem Platz und wir verbringen eine erholsame Nacht.


naturnaher Campingplatz

sogar mit Hängematte

Essen ist fertig!

Es ist bereits Dienstag Vormittag (10.07.18). Wir beschliessen, heute die Stadt Nagykanizsa zu besichtigen und nehmen dazu den Bus, der pünktlich um 07:25 Uhr nicht weit vom Campingplatz losfährt. Da wir einige Geocaches besuchen, sehen wir auch Quartiere abseits der Einkaufsstrassen und bekommen so einen Eindruck vom Alltag der Ungaren. Es gibt sehr gepflegt aussehende Leute, aber auch Verwahrloste. Selbst Jugendliche scheinen keine Markenklamotten zu tragen, und die Strassen sind mehrheitlich in schlechtem Zustand. Auch die Häuser werden nicht renoviert, sondern dem Verfall überlassen. Der Putz blättert von den Fassaden, halb abgerissene Ruinen bleiben stehen, und aus den Rissen auf Strasse und Trottoir wächst Gras.

Welche Fremdsprache die Ungaren lernen, wissen wir nicht, aber Englisch oder Deutsch ist es nicht. Keiner konnte uns verstehen, weder an der Kasse noch am Busschalter. So kam die altbewährte Methode zum Einsatz und wir gestikulierten mit Handzeichen. Das klappt mit mehr oder weniger Aufwand auch jedes Mal recht gut.

Am Automat ziehen wir uns 1000 Ungarische Forint, was etwa 36 Franken entspricht. Wir bekommen ein Busbillet für 320 Forint pro Person (ca. 1.-) und das Softeis sogar für 250 Forint (ca. 80 Rp.). In der Bäckerei kosten zwei salzige Gebäcke und ein Süssgetränk insgesamt keine zwei Franken.


Nagykanisza, Elisabeth-Platz

Stier-Statue aus alten Pneus

Auf diesem Campingplatz ist es sehr ruhig, wir haben gratis WiFi, und so bleiben wir noch eine Nacht. Wir lassen in der untergehenden Sonne den Tag ausklingen, denn morgen soll es regnen.

Tatsächlich hören wir es in der Nacht aufs Dach prasseln, und bei strömendem Regen planen wir heute Mittwoch während des Zmorge den Tag. Während einer Regenpause machen wir unser Womo reisefertig, verabschieden uns von Monica und fahren Richtung Balatonsee. Unterwegs besuchen wir noch einen Tesco, um unsere Vorräte aufzufüllen, und der Tank bekommt auch noch ein paar Liter Diesel.

Über Landstrassen geht es dann nach Kesztheley, wo wir eigentlich eine Nacht bleiben wollten. Das Wetter bleibt aber regnerisch, so ist auch nichts mit Baden im See. Zwei Geocaches führen uns an schöne Plätze, dann geht es auch schon weiter ins benachbarte Héviz, einem Kurort mit Thermalbad in einem See. Doch wir sind etwas enttäuscht. Die Häuser an der Flaniermeile sind entweder Hotels oder Modeboutiquen, was eigentlich ganz nett aussieht, aber die Strassen, und vor allem die Trottoirs, sind in einem desolaten Zustand. Selbst um das Thermalbad findet man Schlaglöcher und schiefe Passagen, sodass man bei jedem Schritt achtgeben muss. Beim Bäcker besorgen wir uns noch ein frisches Brot sowie zwei Pizzaschnecken, dann geht es auch schon weiter.


Thermalbad Héviz

Der Weg führt uns durch etliche kleine Dörfer Richtung Österreich. Auf einmal sehen wir vor uns eine Polizeipatrouille auf der anderen Strassenseite. Als sie uns sehen, stellen sich die drei Beamten in die Mitte und winken und an die Seite. Allgemeine Verkehrskontrolle, vermuten wir; der Beamte kann aber weder Deutsch noch Englisch und schickt seinen Kollegen vorbei. In diesem Moment fällt mir siedend heiss ein, dass mein Führerschein zu Hause im Schweizer Portemonnaie steckt.  Unbemerkt wechseln wir die Plätze. Als der Kollege kommt, möchte er „Passport“ haben und wünscht „Tiere effnen bitte“ in breitem ungarischen Akzent. Als erstes muss Erwin ins Röhrchen pusten, das natürlich 0,0 Promille anzeigt. Danach schaut er ins Womo und verschwindet mit unseren Papieren: zwei IDs, einem Fahrzeugausweis sowie einem Führerschein. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt er vorbei und meldet: „noch einään Moment“. Wir zeigen Verständnis, müssen aber trotzdem schmunzeln, weil alle drei hektisch am Smartphone hängen und telefonieren. Ob die unsere Ausweise überhaupt interpretieren können? Offenbar waren wir bei Interpol nicht registriert, so erhalten wir alle Dokumente zurück und können weiterfahren.

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die österreichische Grenze, wo wir kurz darauf in Oberwart einen Halt einlegen und zwei Geocaches finden. Es ist bereits Abend, so beschliessen wir, uns beim Messezentrum für eine Nacht hinzustellen. Bei den übrigen Lieferwagen, die hier stehen, fällt das nicht auf. Wir kochen uns Tortellini, dazu ein Salat, und zum Dessert gibt’s frische Wassermelone.

An nächsten Morgen erwachen wir relativ früh, und so sind wir schon kurz nach 7 Uhr unterwegs in den nahegelegenen McDonald’s. Der hat gratis WiFi. So können wir die eingegangenen Nachrichten checken und uns für den Tag vorbereiten. Wir fahren eine gute Stunde bis nach Möding, wo es in der Nähe des Bahnhofs einen offiziellen Gratis-Stellplatz gibt. Dann geht’s mit der Bahn nach Wien. Für 20 Euro pro Person können wir das ganze Stadtnetz benutzen. Mit der S-Bahn erreichen wir den Hauptbahnhof. Weiter geht’s mit der U-Bahn zum Stefansdom, wo wir beim Figlmüller einen Platz ergattern und das stadtbekannte Wienerschnitzel mit Salat geniessen. Danach setzen wir uns in den Stadtbus und fahren bis zur Oper, von wo wir schliesslich noch das Tram nehmen. Kreuz und quer fahren wir durch die Stadt, bis wir gegen Abend müde in den Zug zurück nach Meidling nehmen. Während wir so dahinfahren, denken wir: Ääääh, hiess das nicht Mödling? Stimmt, also schnell an der nächsten Station wieder aussteigen und den richtigen Zug nehmen. Uff, nochmal gut gegangen.


Stephansdom

Riesenschnitzel

Naschmarkt

Am Freitag Morgen fahren wir sehr früh los Richtung Wien. Beim Schloss Schönbrunn machen wir auf dem grossen Parkplatz einen kurzen Halt, um ein paar schöne Bilder des Park einzufangen, bevor die Touristenströme dies verunmöglichen. Kurz nach sieben ist es noch ruhig, nur ein paar Jogger kreuzen den Weg. Nach eineinhalb Stunden fahren wir zum Ausgang. An der Zahlstation dann die böse Überraschung: Als Womo kostet uns dieser Aufenthalt 24 Euro, eine Tagespauschale. Menno...

Schloss Schönbrunn

Park und Gloriette

Schnell weiter über Land nach Stockerau, wo wir liebe Freunde besuchen. Wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag, werden mit Marillen-Topfen-Strudel verwöhnt und zum Znacht mit einem Gemüse-Ziegenkäse-Strudel und Salat. Nach einem Abendspaziergang, der uns zu einem nahen Geocache führt, verabschieden wir uns. Hoffentlich dauert das nächste Treffen nicht wieder 12 Jahre. Am Schwimmbad von Stockerau finden wir einen Gratisplatz mit Ver- und Entsorgung. Der Platz ist grosszügig beleuchtet, was unseren Schlaf etwas stört. So stehen wir um fünf Uhr auf und sind eine halbe Stunde später bereits auf der Autobahn Richtung Tschechien. Um halb acht erreichen wir den Messeparkplatz in Brünn. Von dort bringt uns das Tram Nr. 1, oder wie man hier sagt „elektrische Linie“ zum Hauptbahnhof. Ein Ticket bekommt man hier bei der Trafik, einem Kiosk. Wir schlendern durch die Stadt, fangen viele schöne Eindrücke ein und finden nebenbei den einen oder anderen Geocache. Besonders eindrücklich ist der Blick vom 84 m hohen Turm der St. Peter und Paul Kathedrale auf die Stadt. Auch der Spielberg bietet einen schönen Blick auf die Stadt. Nicht verpassen sollte man den Kohlmarkt, das alte Rathaus mit dem Krokodil, die St. Jakobkirche sowie zahlreiche Statuen und Brunnen. Wer mag, kann noch eine 50-minütige Tour durch den Untergrund buchen. Man sieht den stattlichen Gebäuden an, dass Brünn früher ein wichtiger Handelsort war.


Brno (Brünn)

Blick vom Turm der Kathedrale
 
Gegen 16 Uhr sind wir zurück beim Womo und planen die nächsten Schritte. Wir beschliessen, noch etwas westwärts zu fahren. Wir finden auf unserer App einen schönen Camping in Opatov. Nach knapp drei Stunden über Landstrassen erreichen wir ein verschlafenes Bauerndorf. Der angekündigte See ist nicht zu sehen, auch kein Schild zum Camping. Also fahren wir mal rechts ran und studieren die Karte. Da gibt’s doch tatsächlich zwei Ortschaften mit demselben Namen! Und wir landen natürlich beim Falschen in der totalen Pampa. Schon etwas müde suchen wir notgedrungen eine Alternative in etwa 30 Minuten Entfernung. Das schaffen wir auch noch.

Als wir in Horní Dubenky ankommen sind wir völlig überrascht. Der Camping besteht aus einer Grünfläche mit 10 Plätzen bei einem Bio-Bauernhof. Der Bauer versorgt gerade die Geissen und ihre Jungen, führt uns dann in seine Wohnung, wo er das Büro hat und ist sehr hilfsbereit und freundlich. Er kommt auch am nächsten Tag extra vorbei um zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Wir sind mehr als zufrieden. Die Sanitärräume sind sauber und ziemlich neu, es gibt sogar einen Aufenthaltsraum sowie eine Küche, die man benutzen darf.

Wir beschliessen, eine Nacht zu verlängern, und geben dafür gerne nochmals 12 Euro aus. So geniessen wir den Sonntag und erledigen etwas Schreibarbeit.

viel Platz für uns alleine

Montagmorgen, wir erwachen wie immer früh und machen unser Womo startklar, der Bauer und Gastgeber kommt extra aus der Scheune, um uns zu verabschieden und dann sind wir wieder auf der Landstrasse. 20 Minuten später stehen wir auf einem grossen Parkplatz in Telc. Eine Empfehlung des Campingbetreibers. Und er hat nicht übertrieben. Das Städchen, übrigens Kulturdenkmal des Unesco-Erbe, präsentiert sich mit prächtig verzierten Häusern und einem beidseitigen Bogengang am Hauptplatz. Das gibt schöne Bilder! Wir kaufen uns Brot in einem Krämerladen und geniessen anschliessend unser Zmorge im Womo.


weite Felder

Telc - Unesco-Weltkulturerbe

Laubengänge

Den einsetzenden Platzregen nutzen wir zur Weiterfahrt. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir Krumlov, eine ebenfalls von der Unesco ausgezeichnete Stadt. Wir sind beeindruckt vom Panorama, das wir vom Schloss aus über die Dächer haben. Auch die herausgeputzten mittelalterlichen Gassen sind eine Augenweide. Wenn nur nicht die Scharen von Besuchsgruppen wären... Ein Durchkommen ist zeitweilig kaum möglich. Bis da jeder sein Selfie gemacht hat... In einer Pizzeria geniessen wir ein Mittagessen, als erneut ein Platzregen über die Stadt fegt. Kurz darauf scheint wieder die Sonne, und wir können einmal mehr unsere Kamera mit schönen Bildern füllen.


Krumlov

malerische Gassen

Mantelbrücke beim Schloss
 
Nun haben wir noch eine 30minütige Strecke vor uns, bis wir entlang des Lipno-Stausees in Lipno ankommen. Ein Freizeitpark mit grossem Angebot. Leider auch einem Lunapark, der den riesigen Parkplatz und Gratis-Stellplatz bis in alle Nacht hinein mit Techno-Musik beschallt. Aber egal, wer müde ist, kann überall schlafen.

Am nächsten Morgen wartet auf uns ein Unterhaltungsprogramm. Pünktlich um 09:30 Uhr kaufen wir unsere Tickets für 670 Kronen (= CHF 33.50) für zwei Personen. Die Gondel führt uns auf den Berg. Von dort startet der Baumwipfelpfad mit lehrreichen sowie spielerischen Stationen. Von ganz oben hat man einen herrlichen Rundumblick. Die Wolken haben sich verzogen, die Sonne scheint wieder. In der Mitte des Turmes kann man mit der Rutschbahn in einer sich dreifach drehenden Spirale nach unten sausen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Ein lustiges Spektakel! Bevor der grosse Touristenstrom den Turm überflutet, sind wir auch schon wieder auf dem Weg nach unten. Nach einem feinen Zmittag (Teigwaren mit Sauce, dazu bunter Salat) geht’s definitiv zurück nach Österreich, wo wir uns wieder auf Deutsch unterhalten können. Hier in Tschechien lernt man in der Schule Englisch, und beim Einkaufen in den Geschäften haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Bewohner gerne in Englisch Auskunft geben. Deutsch allerdings ist hier in den Gebieten Böhmen und Mähren definitiv vorbei.


Baumwipfelpfad Lipno


Innenturm mit Rutschbahn


Mit einem Schlenker über Linz, wo wir einen Geocache besuchten, erreichen wir gegen Abend Freilassing. Der dort ausgeschilderte Parkplatz haben wir über eine App gefunden. Von hier aus hat man optimale Zugverbindungen nach Salzburg. Nach und nach trudeln weitere Womos ein. Wir sind müde und gehen früh schlafen. Um 01:30 Uhr stellt sich noch ein Gefährt direkt neben uns hin. Die Nacht verläuft weniger ruhig als erhofft, und bevor sich der Parkplatz noch mehr füllt, beschliessen wir spontan, diesem Rummel zu entfliehen und Salzburg sausen zu lassen. Uns ist mehr nach Ruhe zumute. Unsere App zeigt uns einen schönen Stellplatz in Bernau am Chiemsee. Diesen erreichen wir eine knappe Stunde später. Noch ist kein Platz frei, aber der nette Stellplatzbetreiber erlaubt uns, im Eingangsbereich stehen zu bleiben. Einige Abreisen stehen bevor, so bekommen wir bald einen schönen Platz. Die Zeit bis dahin nutzen wir für den Einkauf von frischen Brötchen und geniessen zurück auf unserem Platz ein ausgedehntes spätes Frühstück. Zwei Plätze weiter steht ein baugleicher Knaus. Mit den Besitzern kommen wir dadurch schnell ins Gespräch und können gegenseitig von den Erfahrungen profitieren. Für den Rest des Tages liegen wir faul rum und geniessen die Ruhe. Was für eine Wohltat!

Am nächsten Tag packen wir unsere Falträder aus und radeln zum Chiemsee, den wir ein Stück umrunden. Bei einem Strandbad legen wir eine Pause ein und geniessen die schöne Uferanlage. Auf gleichem Weg geht's dann zurück. Für den Rest des Tages ist wieder Faulenzen angesagt.

Am nächsten Morgen führt uns der Morgenspaziergang einmal mehr zum Bäcker. Nach einem feinen Zmorge machen wir uns bereit und fahren heimwärts. Zwanzig Minuten später sind wir auf Höhe Rosenheim, wo wir auf die Inntalautobahn wechseln. Es hat wenig Verkehr, und wir kommen gut vorwärts. Gegen Mittag sind wir am Arlberg. Wir wählen die Passstrasse. Auf der Höhe angekommen, gibt’s ein kleines Mittagessen (Reste von gestern). Im Laufe des Nachmittags kommen wir dann wieder zu Hause an. Alles ist gut gegangen, wir haben viele Eindrücke gewonnen. Landschaftlich waren alle bereisten Länder im Osten Europas sehr reizvoll und haben uns gut gefallen.

Mittagspause auf dem Arlbergpass


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