Montag, 15. April 2019

Korsika Teil 4: Bonifacio im Süden

Durch felsige Landschaft nach Bonifacio.

Frühmorgens verlassen wir den ruhigen Park+Ride am Strand und bewegen uns mit dem Berufsverkehr stadtauswärts. Bald führt die Strasse in Serpentinen bergaufwärts, schlängelt sich durch die wilde, karge Landschaft voller blühender Ginsterbüsche und wildem Lavendel. Während eineinhalb Stunden ändert sich das Bild kaum. Ab und zu führt der Weg durch ein Dorf, dann wieder sehen wir nur vereinzelte Häuser am Strassenrand. Hier und dort weiden Kühe oder Schafe. Irgendwo müssen doch die Herden sein, aus deren Milch der berühmte korsische Käse gemacht wird?


windschiefe Pinie


es blüht und duftet

verschwiegene Bucht

wilde Natur

Langsam führt die Strasse wieder talwärts, die Berge weichen ebenen Flächen, und das Meer ist auch wieder zu sehen. Kurz darauf erreichen wir Bonifacio. Wir steuern den hintersten der zahlreichen Parkplätze an. Hier können wir mit unserem Gefährt ungestört stehen.

Der Regen setzt leider wieder ein, aber egal: Wir packen uns gut ein und erkunden die Stadt. Gleich am Hafen möchten uns eifrige Bootsbesitzer zu einem Ausflug animieren. Links davon Richtung Altstadt wechseln sich Restaurants, Eisdielen und Souvenirläden ab. Wir lassen uns nicht ablenken und erklimmen den steilen Aufstieg zur Oberstadt. Rechts die Zitadelle mit der Altstadt, links führt ein Wanderweg durch das Buschland oberhalb der Klippen. Wir entscheiden uns für die Natur. Immer wieder bieten sich uns grandiose Ausblicke auf die Küste und die spektakuläre Felslandschaft. Ganz oben – überhängend – thronen sogar Häuser!

Wir sind begeistert von den verschiedenen Düften, die uns entgegenströmen. Deutlich sind Rosmarin und Wacholder zu erschnuppern. Im kargen Boden entdecken wir auch Orchideen.


überhängende Felsen

Weg auf den Klippen

Zitadelle von Bonifacio

Kreidefelsen

Fugazzi (Anisfladen)
 


Um die Mittagszeit beenden wir unsere erste Tour durch Bonifacio und eilen zurück zum Womo. Schnell wechseln wir unsere nassen Kleider und machen uns ein feines Zmittag. Zum Dessert gibt’s Fugazzi, ein leicht gesüsster Anisfladen, den wir kurz zuvor beim Bäcker gekauft haben. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich lesend im Womo.


Wer war der König von Aragon?

Am nächsten Morgen geht’s schon früh wieder in den Ort. Die Einheimischen sind gerade dabei, ihre Geschäfte aufzusperren oder die Stühle ihres Lokals zurechtzurücken. Sonst ist alles noch ganz ruhig. Die Morgensonne wirft ein warmes Licht auf die Zitadelle, die wir erklimmen. In der Oberstadt angekommen treffen wir ausser ein paar Handwerkern niemanden. Wir folgen den Wegweisern zur „Escalier du Roi d’Aragon“. Diese in den Felsen gehauene Treppe stammt aus der Zeit der spanischen Belagerung im 15. Jahrhundert und führt in 187 Stufen im 45-Grad Winkel hinunter auf Meereshöhe. Für € 2.50 Eintritt begebe ich mich auf den steilen Weg. Die Stufen sind recht hoch, so ist auch der Abstieg irgendwie anstrengend. Wie wird das erst beim Aufstieg? Unten angekommen führt ein ebenfalls in Felsen gehauener Weg westwärts bis zu einer Grotte, wo sich auch ein Süsswasserbrunnen befinden soll, der früher besonders in Belagerungszeiten eine wichtige Wasserquelle war.  Ausser zwei weiteren Touristen bin ich hier unten ganz alleine, und es gelingen einige schöne Fotos. Den schmalen Aufstieg zurück schaffe ich noch vor dem ersten Touristenansturm.

tolle Aussicht

Der Fels heisst "Sandkorn"

wieder diese Farben!

Treppenabstieg


Weg zur Grotte

in den Fels gehauen

steiler Aufstieg


Wieder zurück bei Erwin erkunden wir zusammen die Landzunge bis zum westlichsten Ende, bewundern die kargen Kreidefelsen, zwischen deren Spalten die schönsten Blumen gedeihen, aber auch die satten Farben des Meeres begeistern uns.

alles blüht

die Treppe

schönes Farbenspiel



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