Dienstag, 9. April 2019

Korsika Teil 1: Anreise und Überfahrt

Durch den Schnee in den Süden.

Es ist Freitag, später Nachmittag, als ich Erwin von der Arbeit abhole. Wir fahren direkt los Richtung Süden. Am Vortag hatten wir einen aussergewöhnlich starken Wintereinbruch mit viel Schnee. Nach der gestrigen Sperrung ist heute der Gotthard glücklicherweise wieder offen. Allerdings werden wir ab Amsteg nur gruppenweise durchgelassen, was einem Rückstau von etwa 20 Minuten entspricht. Wie wir später im Radio erfahren haben, wurde diese Massnahme wegen Lawinengefahr eingeleitet. Als wir an unserem Übernachtungsplatz kurz vor der Grenze ankommen, ist es schon dunkel. Wir kennen ihn jedoch von einer früheren Reise her. So verbringen wir eine ruhige Nacht und schlafen erst einmal aus.

Innerschweiz

Zwischenhalt in Pisa

Nach dem Zmorge geht die Reise ohne Zwischenfälle weiter, bis wir kurz vor unserem Tagesziel in einen Stau geraten. Die Polizei fährt eben mit Blaulicht auf dem Pannenstreifen vorbei – das kann also dauern... Wir nutzen die Zeit und kochen uns Teigwaren. Das vorbereitete Chili con Carne mischen wir zum Schluss noch unter. In dem Moment bewegt sich die Blechschlange. Also schnell die Pfanne in das Spülbecken gestellt, angeschnallt, und dann rollt die Kolonne auch schon los. Wir haben gerade noch Zeit, die Marmorbrüche von Massa Carrara aus der Ferne zu bestaunen.

Marmorbrüche von Massa Carrara

Kurze Zeit später erreichen wir den Stellplatz in Marina di Pisa. Während Erwin Tisch und Stühle aufstellt, wärme ich nochmals kurz unser Zmittag auf. Herrlich, so an der Sonne zu essen. Am Nachmittag nehmen wir den Bus, der uns in gut 10 Minuten nach Pisa bringt. Wir flanieren quer durch die Altstadt zum Wahrzeichen, dem schiefen Turm. Unterwegs genehmigen wir uns das erste Gelato der Saison. Mmmh, fein! Am Busbahnhof besorgen wir uns ein Ticket für 2 Euro pro Person. Die Hinfahrt war übrigens gratis – der Fahrer konnte uns auf 10 Euro kein Wechselgeld geben. So, es wird Zeit für’s Bett... Wir haben morgen noch 30 Minuten bis Livorno, und die Fähre geht um 8 Uhr.

Altstadt von Pisa

Dom und schiefer Turm

Fluss Arno


Die Überfahrt

Für einmal klingelt heute der Wecker, denn wir sind noch eine halbe Stunde von Livorno entfernt, und die Fähre soll um 08:00 Uhr ablegen. So früh am Morgen ist noch kein Verkehr, wir kommen gut vorwärts und erreichen dann schon bald das weitläufige Hafengebiet. Im Navi hatten wir den Anleger von Corsica Ferries programmiert, das hilft uns nun, im Gewirr von Strassen und Lagerhallen kreuz und quer durch das Hafengelände unseren Weg zu finden. Beschriftungen sind nur selten zu entdecken.

Wir reihen uns also ein und nutzen die Wartezeit, um zu frühstücken. Dabei können wir das Anlegen der „MEGA EXPRESS 4“ beobachten. Mit neun Decks ein imposantes Schiff! Als eine der ersten dürfen wir nun in den Schiffsbauch fahren und werden an unseren Platz gelotst. Schnell sind ein paar Sachen gepackt, dann geht’s nach oben.

Beim Verlassen des Hafens regnet es noch, doch schon etwas weiter auf See draussen klarte es auf. So können wir die Insel Elba beim Vorbeifahren gut erkennen. Nach 4 ¼ Stunden erreichen wir pünktlich Bastia.

Warten aufs Einschiffen

Im Hintergrund: Elba

Bastia

Wir fahren erst einmal aus dem Gewusel der Stadt raus, bis wir ein gemütliches Plätzchen finden, wo wir unser Mittagessen brutzeln können. Was uns hier in Bastia auffällt sind die speziellen Kreisel: die werden nur für Abzweigungen nach links oder rechts genutzt. Will man geradeaus, gibt es dafür extra eine Unterführung, allerdings mit einer Höhenbegrenzung von 2,60 Metern. Also aufgepasst mit dem Womo!


Über das Gebirge an die Westküste

Der Weg führt uns zuerst etwas südwärts, dann quer übers Gebirge westwärts Richtung Calvi. Die Vegetation höher oben ist noch etwas weniger entwickelt als unten an der Küste, aber reich an gelben Blumen, die wie Raps aussehen. Und dann liegt es vor uns: das Meer. Wir nutzen eine der zahlreichen Parkbuchten und machen einen Spaziergang durch einen schön angelegten Wildpflanzengarten. Wie das duftet! Unter uns das türkis-petrol-schimmernde Wasser, im Hintergrund rote Felsen und ein fast weisser Sandstrand, die Hügel von Büschen und einzelnen Bäumen übersät. Wir sind begeistert!

Auf Empfehlung von Freunden wählen wir in Calvi den Viersterne-Camping La Pinède. In der Zwischensaison mit € 27,80 pro Nacht noch bezahlbar. WiFi, Dusche und Strom sind inklusive. Wir dürfen uns ein Plätzchen aussuchen und haben die Qual der Wahl, denn es stehen bis jetzt nur etwa 5 Fahrzeuge lose verteilt in diesem mit Eukalyptusbäumen und Pinien angelegten Gelände. Nachdem wir uns installiert haben, machen wir noch einen Spaziergang zum Strand, der in wenigen Minuten erreicht ist, und geniessen erst einmal die Sicht auf Calvi mit seiner beeindruckenden Kulisse.


Alles blüht

Diese Farben!

Wilde Küste

Aussichtspunkt
  

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