Sonntag, 21. April 2019

Korsika Teil 7: Rückreise und Abstecher nach Cremona

Auf hoher See.

Noch vor Sonnenaufgang machen wir unser Womo reisefertig, dann verlassen wir den Campingplatz und fahren nach Bastia. Trotz früher Stunde hat der Berufsverkehr schon eingesetzt. Wir folgen dem gut ausgeschilderten Weg zum „Port“ und können uns schon bald in die Kolonne stellen. Vorher aber wollen noch zwei Beamte ins Womo schauen und kontrollieren, ob wir das Gas abgedreht haben. Dank unserem Sicherheitsventil ist dies nicht nötig, und so werden wir durchgewunken. Während die übrigen Passagiere gelangweilt warten, machen wir uns ein Zmorge und schauen der einlaufenden Fähre zu. Die nächste halbe Stunde rollen immer wieder Fahrzeuge aus dem Schiffsbauch, dann endlich können wir an Deck. Diesmal werden wir eingewiesen und stehen nun seeehr platzsparend zwischen einem LKW und einem anderen Womo. Hoffentlich bleibt jeder an seinem Platz.

Rasch gehen wir an Deck 7, wo sich die Cafeteria befindet, und genehmigen uns noch zwei Croissants mit Getränken, dann läuft die Fähre auch schon aus dem Hafen. Die vier Stunden Überfahrt vergehen rasch. Wir vertreiben uns die Zeit mit lesen, dösen oder durchs Schiff flanieren.

Corsica Fähre

au revoir, Corse

auf hoher See

Hafen von Livorno

Kaum sind wir in Livorno angekommen, erwartet uns die quirlige italienische Lebensart. Da bekommt man von den Hafenarbeitern gegensätzliche Anweisungen, die Fahrzeuge werden hektisch rausgewunken, ohne sie ordentlich zu kanalisieren, und so entsteht ein herrliches Chaos auf dem Hafengelände. Wir sind froh, als wir das Gewusel endlich hinter uns haben und kurze Zeit später die Autobahn erreichen.

Nach knapp drei Stunden erreichen wir den offiziellen Stellplatz in Cremona. Es stehen schon einige Fahrzeuge hier, so fühlen wir uns sicher, als wir unser Womo für eine Stadtbesichtigung zurücklassen. Der Verkehr hierher war angenehm, die Autobahnen wenig befahren, und die kurvenreiche Strecke über die Appeninen hat uns auch diesmal besonders gefallen.

Stellplatz in Cremona

Der Stellplatz ist recht zentrumsnah, so erreichen wir nach etwa 1 km Fussmarsch die Innenstadt. Vorbei an schönen Gassen, prächtigen Innenhöfen und lokalen Geschäften ohne Souvenirramsch stehen wir unvermittelt vor der Kathedrale. Und stauen erst einmal... Vor uns ragt eine mächtige Fassade auf, daneben ein noch imposanterer Kirchturm. Es ist unmöglich, das ganze Gebäude auf einmal mit der Kamera einzufangen. Auch innen zeigt sich die Kathedrale mit drei Hauptgängen und etlichen Querschiffen beeindruckend. Wie für katholische Kirchen üblich natürlich reich geschmückt, aber sehr kunstvoll ausgestattet.

Draussen auf dem Platz lassen es sich die Einheimischen gut gehen und geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Wir schlendern zurück zum Womo und kaufen uns unterwegs in einem Geschäft noch ein paar Sachen fürs Znacht. Bei offener Womotüre kochen wir uns dann was Feines und beobachten das Ankommen weiterer Womos sowie die Einheimischen, die hier mit ihren Vierbeinern eine Gassirunde drehen. Wir geniessen den Abend, der deutlich milder ist als auf Korsika, wo stets ein leichter Wind ging.

prächtige Innenhöfe

Altstadt mit Park

Piazza Sant'Antonio mit Dom

Loggia dei Militi

Dom und Turm

Eingang zum Dom

prächtig ausgestatteter Dom

Rückreise

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht führt unser Weg erst einmal zum Bäcker, den wir gestern unweit des Stellplatzes entdeckt haben. Heute gönnen wir uns die superfeinen Vanille-Brioches, das sind gefüllte Gipfeli. Gestärkt geht es wieder auf Achse, und schon bald führt uns die wenig befahrene Autobahn nordwärts. Auch um Mailand kommen wir zügig vorwärts, und schon bald sehen wir die ersten Wegweiser nach „Como/Chiasso“. Am Zoll winkt man uns durch. Nicht allen ergeht es so gut, und sie müssen das gesamte Gepäck auf dem Boden ausbreiten.

Vanille-Brioches und frisches Brot

In Balerna machen wir einen Mittagshalt, um unseren Wocheneinkauf zu erledigen. Im Shoppingcenter begegnen wir an diesem Ostersamstag einem als Osterhasen verkleideten Mitarbeiter, der Schoggihäsli verteilt.

Kurz nach Faido meldet unser Navi einen Stau, und etwas später stehen wir tatsächlich in der Kolonne. Nach etwa 45 Min. haben wir es aber geschafft. Das Dosiersystem am Gotthard führt unweigerlich auch bei wenig Verkehr zu Rückstaus, denn die Fahrzeuge werden mittels Rotlicht aufgehalten und nur in Gruppen à ca. 10 Fahrzeuge durch den Tunnel gelassen. Wie wir später erfahren, hat sich der Osterrückstau später noch auf 8 km ausgeweitet.

Kaum sind wir durch die Röhre, verlassen wir die Autobahn. In Göschenen Dorf parkieren wir vor dem Coop. Während Erwin kurz einkaufen geht, kümmere ich mich ums Zmittag. Rundherum können wir die Schneeberge bewundern, und die Temperatur ist angenehm erfrischend.

Göschenen

Nach einem kurzen Erholungsschläfchen packen wir den Rest unserer Rückreise an und kommen gegen Abend zu Hause an. Wir freuen uns über die saftig-grünen Wiesen, die blühenden Obstbäume und die Blumenpracht in den Gärten. Auch die Heimat hat viel Schönes zu bieten.

wieder zu Hause


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