Donnerstag, 1. August 2019

Väg 223 (Kunstweg 223)

Der "Väg 223" verbindet Mariefred mit Nyköping. Entlang dieser Route findet man Kunsthandwerker, Museen, Ateliers, Tierparks und vieles mehr.

Erster Halt ist ein stillgelegtes Minenmuseum. Hier in der Skottvangs gruva wurden früher Kohlemeiler aufgestellt. Noch heute sind die Hütten der Köhler zu besichtigen, die das Abbrennen der Holzhaufen überwachten.

Überbleibsel des Bergwerks

Förderkorb

Köhlerhütte

Um den Stein zu sprengen und an die wertvollen Metallvorkommen zu kommen, wurden die Felsen erst erhitzt, und dann mit Wasser abgeschreckt. So entstanden Risse. Dazu wurden Holzstämme mit einem riesigen, von Hand angekurbelten Bohrer ausgehölt und so zum Transport des Wassers verwendet.

Kurbel mit Bohrer zum Holzstämme aushöhlen

Weiter geht es auf der Strasse Nummer 223 zur Skeppsta Glashytta, einer Glasbläserei. Gleich beim Eingang entdecken wir eine Terrasse mit originellen Sitzgelegenheiten. Im Eingangsbereich der Verkaufsladen mit kunstvollen und entsprechend hochpreisigen Artikeln. Im hinteren Teil befindet sich die Glasbläserei, wo wir zwei jungen Mitarbeitenden zuschauen können, wie die Werke entstehen.

aussergewöhnliche Sitzgelegenheiten

Glaskunst

Glasbläserei

Es ist Zeit für das Mittaessen. Wenige Kilometer entfernt fahren wir eine prächtige Allee entlang zum Gutsbetrieb Öster Malma. In der ehemaligen Scheune ist ein Restaurant untergebracht. Für umgerechnet ca. 14 Franken bekommen wir hier ein Mittagessen. Das Salatbuffet ist reichhaltig. Als Hauptgang gibts wahlweise riesige Rehfleischburger oder Fisch mit Kartoffeln und Preiselbeeren.

Gutsbetrieb

Auf unserer Weiterfahrt kommen wir noch an zwei Runensteinen vorbei, wie sie überall im Land zu sehen sind. Diese sollen die ältesten gefundenen Exemplare des Landes sein.
 



Letzte Etappe unserer Kunst-Route ist das Atelier von Åsa Ingårda, einer bekannten Holzkünstlerin, Politikerin und Mitbegründerin des Projekts entlang der Route 223. Sie gestaltet nicht nur besondere Möbelstücke, sondern hat sich auf Intarsien-Bilder spezialisiert.

Unsere Schwediscen Freunde und die Künstlerin sind schon viele Jahre miteinander befreundet. Wir werden herzlich begrüsst und dürfen dann das Atelier betreten. Die Arbeit mit den 0,6 mm dünnen Holzplatten verlangt viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Nach einem ausgiebigen Rundgang und vielen Informationen über die Arbeit der Künstlerin geht es nach draussen in den Garten. Unter dem Apfelbaum ist der Tisch bereits gedeckt, und wir dürfen uns in den Schatten setzen. Es gibt Kaffee oder Tee, dazu einen frisch gebackenen Kuchen.

Die Künstlerin

Atelier mit Garten

Deko im Garten

Dann schlendern wir noch zur alten Scheune, wo sie im Sommer jeweils Kinoabende oder Konzerte organisiert. Zwischen den Strohballen stehen alte Kirchenbänke und Stühle kunterbunt verteilt.

Unser Blick streift über die Felder in die Ferne. Dort ist ein unnatürlicher Hügel zu erkennen. Man vermutet, dass dies eine Grabstätte der Wikinger war. So machen wir natürlich noch einen Abstecher hierhin.

Blick über die Felder

Der Grabhügel

Der Heimweg führt uns über Felder, durch Dörfer, an Seen vorbei und natürlich immer wieder durch den Wald. Auf einmal ruft es von der Rückbank, dass wir anhalten sollen. Und tatsächlich. Hier ist der Wald bedeckt mit Heidelbeerstauden, und wir pflücken ein paar dieser blauen, reifen und süssen Beeren.

Heidelbeer-Teppich im Wald

Heidelbeeren

Nach gut einer Stunde sind wir wieder zurück. Ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns.





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