Dienstag, 12. November 2019

Cabo da Roca - westlichster Punkt

Noch bevor sich die Sonne heute zeigt, sind wir bereits auf der Landstrasse. Unser Ziel heute ist Lissabon. Vorher wollen wir aber noch einen Abstecher an die Atlantikküste machen.

Noch häufiger als die letzten Tage geht es fast nur durch Dörfer mit 50-er-Limite. Die Strecke führt durch hügeliges Gebiet. Landwirtschaft ist kaum zu erkennen. Meist sind die Flächen unbebaut, die Hügel sind mit Büschen bewachsen, ab und zu säumt ein Pinien- oder Eukalyptuswald den Weg, gelegentlich auch Schilffelder. Neben schmucken Häusern sehen wir hier im Hinterland auch immer wieder heruntergekommene Gebäude oder sogar regelrechte Bauruinen.

Gefühlt hundert Mal meldet das Navi heute einen Kreisel. Das geht ganz schön in die Oberarme! Aber die Strecke ist abwechslungsreich. Wären da nur nicht die vielen Kurven. Die meisten der entgegenkommendene Fahrzeuge, selbst der Ortsbus, schneiden grundsätzlich die Kurven. Einmal sind wir gerade um eine Spitzkehre, da verengt sich die Strasse und ein Womo kommt uns entgegen. Wir können zurücksetzen, da hinter uns frei ist. Kaum ist dieses Manöver überstanden und wir mitten in dem engen Kanal, kommt ein LKW auf uns zu. Er drängt sich so gut es geht an die Wand, doch auf unserer Seite fällt die Strasse in einen Kanal, wir haben also nur Zentimeter, um uns an ihm vorbeizutasten. Vorsichtshalber klappen wir die Aussenspiegel ein. Alles geht gut, unser Puls normalisiert sich.

Wenige Minuten später und nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir Cabo da Roca, den westlichsten Punkt den europäischen Festlandes. Von weitem ist der Leuchttum mit den umliegenden Gebäuden zu sehen, ganz vorne an den Klippen steht als Denkmal eine Säule. Kaum haben wir ein paar schöne Bilder eingefangen und uns im Tourismusbüro eine Urkunde ausstellen lassen, kommen die Besucher scharenweise. Da haben wir es ja wieder einmal gut getroffen.




Vor uns liegt noch eine Stunde Fahrt. Auf einer etwas breiteren Strasse geht es nun Richtung Lissabon. Wir freuen uns leider zu früh, denn es geht Schlag(loch) um Schlag(loch) über eine mehrspurige Strasse. Ausweichen zwecklos, da die Autos links und rechts vorbeisausen. So hören wir nur jedes Mal, wie unser Kühlschrank und der Inhalt der Schubladen durchgeschüttelt werden.

Kurz nach dem Mittag erreichen wir die Ausläufer von Lissabon, und dann fahren wir auch schon über das berühmte Wahrzeichen der Stadt, die Brücke über den Fluss Tejo. Links oben die Christusstatue, die in echt noch viel mächtiger wirkt als auf Bildern.


Ein paar Abzweigungen später stehen wir auf dem Stellplatz am Rande eines ruhigen Wohnquartiers, wo wir die nächsten Tage bleiben wollen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen