Freitag, 8. November 2019

Porto

Die zweitgrösste Stadt Portugals steht heute auf unserem Programm. Der Bus hält direkt vor dem Botanischen Garten und bringt uns in 35 Minuten ins Stadtzentrum von Porto. Eine abenteuerliche Fahrt mitten im Berufsverkehr liegt hinter uns. Aber der Chauffeur trotzt dem Verkehrschaos souverän. Beim Aussteigen am Busdepot gibt er uns noch ein paar Tipps, was wir unbedingt besichtigen sollen und wie wir dorthin kommen. Portugiesisch ist für mich dermassen weit von Spanisch oder Italienisch entfernt, da helfen nur grosse Augen, und das Gegenüber wechselt auf Zeichensprache. So wird das Nötigste verstanden.

Wir wenden uns also nach rechts und stehen erst mal vor dem Theater. Eine Ecke weiter entdecken wir die ersten gekachelten Fassaden.



Kurze Zeit später stehen wir vor dem Majestic, einem traditionsreichen Café. Ein Türsteher öffnet uns und weist uns einen Tisch zu. Wir entscheiden uns für heisse Schokolade. Was uns dann serviert wird, haben wir so noch nie getrunken. Der Löffel steht fast in der dicklichen Schokoladensauce. Ein herrlich-süsser Genuss! Das Beste aber ist das Ambiente. Kronleuchter, dekorierte Wände, verzierte Ledersessel und mittendrin ein Flügel. Etwas leer schlucken müssen wir schon, als der umtriebige Kellner für die zwei Tassen € 15 verlangt.



Weiter geht es am McDonald's Imperial vorbei. Der ist nicht einfach eingemietet, der logiert regelrecht in einem Prunkbau. Auch das muss man gesehen haben.



Das nächste Highlight ist der Bahnhof. Die Wände der Wartehalle sind mit kunstvollen Kacheln verziert und zeigen wichtige Ereignisse in der Geschichte des Landes.




Leider kein Geheimtipp mehr ist die Livraia Lello & Irmao und gilt als eine der schönsten Buchhandlungen der Welt. Im Jugendstil-Gebäude imponiert vor allem die geschwungene Holztreppe mit den offenen oberen Etagen. Bis weit vor dem Eingang bildet sich eine Schlange an Besuchern. Als auch nach zehn Minuten kaum an ein Vorwärtskommen zu denken ist, kapitulieren wir.

Dafür entschädigt uns der Besuch des Torre dos Clérigos ein paar Strassen weiter. Für 5 € wird man erst durch das Museum geschleust, dann auf einer Balustrade rund um das Kirchenschiff, bis man endlich die Treppen zum Turm besteigen darf. Keine Chance auf eine Abkürzung. Nach endlos scheinenden Stufen (es sind 240) mit Zwangshalt an jeder Ecke, um den Gegenverkehr passieren zu lassen, erreicht man die Aussichtsplattform mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt. Nach einem nervenaufreibenden Abstieg mit weiteren Unterbrüchen erreicht man endlich wieder das Parterre. Nach einer letzten Schleuse durch den Souvenirladen können wir auch diese Sehenwürdigkeit abhaken.







Nun steuern wir Richtung Douro, dem Fluss, der südlich der Stadt entlangfliesst. Der Weg führt uns an Shops mit Souvenirramsch vorbei, dazwischen hat es aber auch originelle Geschäfte. In den Bäckereien entdecken wir immer wieder herrlich duftendes Gebäck. Bei Manteigaria, einem Geschäft, das nichts anderes als die Pastéis de Nata herstellt, gönnen wir uns zwei Stück, die wir noch an Ort und Stelle verputzen. Die runden Blätterteigtörtchen, eine Spezialität des Landes, sind mit einer dicken Puddingcrème gefüllt und schmecken herrlich süss. Da holen wir uns kurzerhand nochmals zwei Stück für abends zum Dessert. Im hinteren Teil des Ladens kann man den Bäckern sogar bei der Herstellung zuschauen.




Unvermittelt stehen wir im Hafenviertel. Hier pulsiert das Leben. Strassenmusiker unterhalten die flanierenden Passanten, und entlang der Hafenmole reiht sich ein Restaurant am anderen an. Die Gäste sitzen dicht gedrängt an der Sonne und geniessen einen Apéritif. Und dann sehen wir sie. Die prächtige Brücke Louis I. Erbaut von einem Schüler Eiffels, und daher die Ähnlichkeit der Bauweise mit dem Eiffelturm in Paris. Unten führt eine Strasse, hoch darüber rattert die Metro ans andere Ufer des Flusses. Fussgänger können sich auf beidenen Ebenen bewegen.




 



Das südliche Ufer des Douro ist bekannt für seine vielen Portwein-Kellereien. Unverkennbar die schönen Portweinkähne, beladen mit Holzfässern. Damit wurde früher der Portwein flussabwärts transportiert und schliesslich in die ganze Welt verschifft. Wir entscheiden uns für eine der Kellereien und betreten den in einem Gewölbe untergebrachte Laden. Im hinteren Teil kann man einen Blick auf den Keller mit den gelagerten Fässern erhaschen, davor stehen Tische für Degustationen. Eine nette Verkäuferin erklärt uns die Feinheiten und Unterschiede des Portweins, sodass wir uns für eine Flasche entscheiden können.








Eine Standseilbahn bringt uns zurück in die Oberstadt. Letzte Station unserer heutigen Tour durch Porto ist die Kathedrale. Nicht jede kann so imposant wie diejenige in Zaragosa (Spanien) sein, so auch diese.



Hier noch ein paar weitere Impressionen der Stadt:








Ein kurzer Spurt zum Busbahnhof, und eine Minute später fährt der Bus los. Wieder das bekannte Gewimmel auf der Strasse, das uns für einmal keine Bauchschmerzen bereitet, und so kommen wir gut wieder am Botanischen Garten an. Es bleibt genug Zeit für einen gemütlichen Restnachmittag und einen frühen Znacht. Immerhin haben wir vor lauter süssem Gebäck glatt das Mittagessen ausgelassen.

Was wir an Porto leicht vermisst haben ist eine eigentliche Fussgängerzone. Es gibt zwar schöne Einkaufsstrassen, die aber hoffnungslos von Autos zugeparkt sind. 


1 Kommentar:

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