Heute fahren wir durch das Glasreich. Hier befinden sich etliche Glasbläsereien, die älteste von ihnen ist Kosta Boda, gegründet 1742. Wir kämpfen uns durch das riesige Outlet-Center und kommen hinter dem Areal auf das eigentliche Firmengelände. Ganz am Ende, beim hohen Kamin, betreten wir die Glashütte.
Zwei Frauen sind gerade dabei, eine Vase herzustellen. Sie sind konzentriert bei der Arbeit. Viele der Arbeitsschritte werden im Team auageübt. Zuerst hält eine von ihnen den Glasklumpen an einem langen Metallstab ins Feuer. Danach formt sie ihn mit einem grossen Löffel. Wieder wird der Stab mit dem Klumpen in den Ofen gehalten, nach etwa einer Minute herausgezogen und über ein paar farbige Glassplitter auf dem danebenstehenden Tisch gerollt, um die Farbtupfer ins Glas zu bringen. Nun hat die Kollegin ihren Auftritt und bläst durch den Metallstab, um die orange glühende Glasmasse vorsichtig zu dehnen. Dieser Vorgang wiederholt sich etliche Male, bis das Werk schliesslich seine endgültige Form erhält. Zum Schluss setzt die Assistentin noch einen weiteren glühenden Klumpen an das eine Ende. Daraus wird nun der Fuss geformt.
Was mit scheinbarer Leichtigkeit geschieht, ist in Wirklichkeit Schwerstarbeit. Diese beiden Frauen haben uns daher mächtig beeindruckt.
Beim nächsten Durchgang werden die Rollen getauscht, und es entstehen so immer persönlich geprägte Einzelstücke.
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| Der Werkplatz |
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| Glassplitter ergeben das Muster |
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| vorsichtig pusten |
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| nochmals pusten |
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| Das Werk ist fast fertig |
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| Feinschliff |
Im Fabrikladen ist die Auswahl gross, und trotz Outlet sind die Preise beträchtlich. Kennt man aber den grossen Arbeitsaufwand dahinter und die Handwerkskunst, die dazu nötig ist, relativiert sich der Preis. Wir besitzen bereits einen wunderschönen Kosta-Schneeball als Kerzenhalter, so verzichten wir auf einen weiteren Einkauf.
Wenig später sind wir bereits wieder auf der Landstrasse. Diese führt auf gut ausgebauten Strassen kilometerweit durch Birken- und Kiefernwälder. Nach etwas 30 Minuten biegen wir rechts in einen etwas besseren Trampelpfad ein, wo wir kurz darauf unser Fahrzeug auf einem grossen Kiesplatz abstellen. Wir sind im Elchpark von Nybro. Am Ticketschalter beziehen wir unsere Safaritickets für je ca. 15 Franken sowie zwei Elchburger. Mit dem Essensbon müssen wir in die danebenliegende Holzhütte, wo ein Grillfeuer brennt. Wir bekommen unsere rohen Burger und müssen diese selber über dem Feuer grillen. Eine clevere Methode, die recht hohen Restaurantkosten tief zu halten und den Gästen erst noch ein zusätzliches Erlebnis zu bieten. Dazu gibts Kartoffelsalat und etwas Vitamine.
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| Selbst ist der Koch |
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| Das fertige Werk |
Kurz vor 13 Uhr stehen wir am Startpunkt der Safari. Der Traktor mit den drei Anhängerwagen steht bereits da. Wir dürfen nun in die Wagen klettern und Platz nehmen. Dann geht's auch schon los. In gemächlichem Tempo schaukelt diese Karawane in den Wald. Schon nach kurzer Zeit hört man vorne aufgeregte Rufe. Die ersten Elche sind gesichtet. Jetzt können wir nur hoffen, dass wir sie mit dem röhrenden Traktor nicht erschrecken.
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| Der Traktor mit drei Anhängerwagen |
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| Die ersten Elche sind entdeckt |
Vorsichtig nähert sich die Wagenkolonne und bleibt schliesslich stehen. Der Ranger steigt aus. In der Hand hält er einen Büschel Birkenzweige. Damit kann er einen der Elche locken und führt ihn zu den Wagen. Ein zweiter Elch folgt ihm. Inzwischen hat jeder von uns einen Zweig bekommen, und so können wir den Elch füttern, streicheln und fotografieren. Ein unglaubliches Erlebnis!
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| Der Ranger und ein Jungtier |
Die drei erwachsenen Tiere seien bis 650 kg schwer, weiss der Ranger zu berichten.
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| Erwin beim Füttern des Elchs |
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| Auch mein Büschel wird gerne geknabbert |
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| Das Fell fühlt sich etwas borstig an |
Nachdem sich alle sattgesehen haben, fahren wir weiter und können die Tiere noch einige Male beobachten.
Dieser Besuch hat sich echt gelohnt! Ich empfand diese Safari abenteuerlicher, als die Tiere in einem der vielen Parks hinter Gitter anzuschauen.
Nun wird es aber Zeit, weiterzufahren. Nach gut einer Stunde erreichen wir Kalmar, eine uns bis dahin unbekannte Stadt. Sie ist aber eine der ältesten Städte Schwedens und war früher ein wichtiger Handelsplatz.
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| Domkirche |
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| Domkirche im Abendlicht |
Wir schlendern durch die schachbrettartig angeordneten Altstadtgassen. Überall sitzen die Einheimischen an der Sonne, in einem Café oder auf einer Bank und geniessen das milde Wetter. Auch wir entdecken im Park neben unserem heutigen Übernachtungsplatz eine besonders bequeme Parkbank.
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| Parkbank mit Fussschemel |
Am Abend treffen wir uns beim Grillplatz in einem Park am Ufer des Wassers zu einem Geocaching-Event. Ein Norweger hat dieses Treffen organisiert. Neben ein paar Einheimischen kommen auch noch zwei Deutsche. So einigen wir uns bald auf Englisch.
Wir sind beeindruckt, wie gut die Schwedener ausgerüstet sind. Klappstuhl, ausziehbare Gabel, um die Wurst über den Grill zu halten und jede Menge Würste. Manche verdrückten drei Stück ohne was dazu. Andere packten sie in ein Brot als Hotdog oder sie grillten Burger. Gemüse oder Salat war nicht dabei. Da fielen wir mit unserem Rüeblisalat und den Peperonistreifen schon ein wenig auf.
Wir wurden mit vielen nützlichen Tipps eingedeckt, was wir unbedingt anschauen müssen. Im Gegenzug wollten sie auch einiges über die Schweiz wissen. Trotz kurzem Platzregen war es ein richtig gemütlicher Abend.
Unser Übernachtungsplatz finden wir nur wenige huntert Meter davon entfernt am Sportzentrum. Hier können wir kostenlos und direkt am Wasser übernachten.